Guangzhou
Guangzhou, Teemarkt, Xiamen, Yongding, Hongkong
01.05.05
Xiamen (厦门)


Xiamen (厦门), im dortigen Dialekt Amoy genannt, ist eine der Sonderwirtschaftzonen (SEZ) Chinas. Dort sitzen übrigens auch viele deutsche Firmen. Die Stadt liegt auf einer Insel und ist wunderschön, mit Strand, Palmen und Flair. Auf jeden Fall wert, gesehen zu werden! Thomas, der hier an der Xiada (厦门大学 Xiamen-Universität) studiert, kenne ich noch aus Heidelberg. Er hat mir hier schon die Uni gezeigt (wunderschön mit Unisee, vielen Blumen, Gebäuden mit fast kolonialen Zügen aber doch spezifische Xiamen-Architektur), die Stadt (mit hunderten kleinen Geschäften, tausendmal einladender als Beijing), den Nanputuo(南浦托)-Tempel (der viel interessanter ist als Beijings Lamatempel, denn er ist auf einen Berg gebaut, mit kleinen Wegen nach hier und dort, vielen Palmen und Blumen, außerdem haben die Mönche ganz viele streunende Tiere aufgenommen, die jetzt dort frei rumlaufen) und den Botanischen Garten (der sehr beeindruckend ist mit Kakteen, die Blüten in hunderten von Farben und Formen haben, viele Palmensorten und tropische Blumen, eine Schnitzerei für Holzmöbel, die im Übrigen sehr bequem sind und aussehen als lebe der Baum noch).

Gestern habe ich dann per Fahrrad noch den Strand erkundet. Einige Kilometer Strand fast ohne Menschen.

Ein bisschen Dreck wird überall angespült, und manchmal auch ein Brett oder ein paar Schuhe. Trotzdem kann man sich gut auf den sauberen und recht feinen Sand setzen und etwa ein Buch lesen. Dazu gegrillte Tofu-, Fisch- oder Gemüsespieße für je 1 Kuai essen. Die Erdbeerfelder die ich eigentlich gesucht hatte, waren allerdings unauffindbar, das steht dann auf dem Programm wenn Thomas wieder zurück ist. Noch etwas zum Wetter. Klasse Luft! Feucht wie in Brasilien, warm auch abends um 11 Uhr noch, mittags braucht man unbedingt Sonnencreme. Darüber hinaus ist Chinas tropischer Süden mit seinem netten Xiamen wirklich ansprechend und so gar nicht dreckig :)
Yongding (永定)


Yongding ist erst vor wenigen Jahren berühmt geworden, als man die Rundhäuser der Hakka-Minderheit "entdeckt" hat. Die Hakka waren um etwa 1300 A.D. aus dem Nordwesten Chinas nach Fujian eingewandert. In ihren hier errichteten mehrstöckigen Rundhäusern, die manchmal auch viereckig sein können, konnten ganze Generationen einer Familie Schutz vor Angreifern suchen. Bei meiner Entdeckungsreise bin ich auf äußerst nette Leute gestoßen, die mir mit Freude ihr Haus gezeigt und ihre Geschichte erzählt haben. Sogar zum Tee wurde ich eingeladen, schließlich bin ich in Fujian, da gehört das wohl dazu!




Hongkong (香港)
Hongkong, auf chinesisch Xianggang (香港) war so unglaublich, dass ich gar nicht zum schreiben kam.







29.07.05
Guangzhou (广州) und Chinas größter Teemarkt
Ich bin nun in Guangzhou (广州) für einige Tage, und auch schon relativ beschäftigt. Nicht nur müde vom Reisen, gestern abend habe ich dann per Bus geschlagene vier Stunden gebraucht, um innerhalb der Stadt von einem Fleck zum anderen zu kommen. Verkehr ist hier ungefähr genauso schlimm wie in Beijing. Am Ende bin ich dann nur noch ins Bett gefallen. Ich wohne jetzt in einem Youth Hostel, für 50 Kuai pro Nacht, das ist erstens billiger wie das erste Hotel, und zweitens gibt es weder handgroße Käfer noch Straßenlärm :) Acht Leute auf einem Zimmer zwar, aber das macht nichts. Lauter Reisende aus Europa und Amiland zur Abwechslung. Heute und gestern war ich auf dem Teemarkt, meinem eigentlichen Ziel in Guangzhou. Dort gibt es kleine Teegeschäfte wie Sand am Meer, angeblich über 3000 Stück, was schon hinkommen könnte. Ein riesigengroßer Teemarkt und für Tee der Hauptumschlagsplatz in China. Ich habe tatsächlich noch Teesorten gefunden, die ich noch nie vorher probiert hatte. Eine davon war Bittertee. Huhuuubbrrerrr, muss nicht sein :-S Insgesamt war ich bis in fünf oder sechs Teeläden. Jedesmal bekomme ich verschiedenen Tee zum Probieren, darf mich gemütlich auf den Ehrenstuhl setzen und mit den Leuten zwanglos erzählen. Die Ruhe gehört unabdingbar zum Teegeschäft dazu, ich bin begeistert. Die Verkäufer sind ganz unterschiedlich. Manche relativ arm und unbeholfen, mit Grundschulabschluss und auch oft mit Kind versuchen hier manche ihr Glück beim Teeverkauf. Andere sind Experten oder Weltmeister-Exporteure. Es geht bis hin zu Uni-Absolventen im Fach Tee, die mir ununterbrochen ihr verschiedenstes Wissenswertes über den Tee erzählen. Auf jeden Fall habe ich schon einiges Interessantes hier mitbekommen, und auch mal wieder mein Chinesisch trainiert ;-) In ein paar Tagen, wenn mein Hirn zur Genüge mit Tee-Wissen vollgestopf ist, werde ich einen Abstecher nach Hongkong (香港 xianggang) machen, ist ja gleich um die Ecke hier. Ich muss sowieso mein China-Visum verlängern, was in Hongkong mit dem allerwenigsten Aufwand verbunden ist. Hinkommen werde ich per Schiff, genauer gesagt einem Hovercraft. Zweieinhalb Stunden für 180 Kuai, anstatt viele Stunden im Minibus für 50 Kuai. Praktisch auch, dass ich so direkt zur Star Ferry in Kowloon(九龙 jiulong) komme und gar nicht mehr extra in die Metro steigen muss bis zu meinem Hotel. Das Schiff wird sich wirklich als der einfachste und auch sehenswerteste Weg von Guangzhou nach Hongkong herausstellen. Kann ich nur jedem anderen weiterempfehlen. Von Guangzhou geht es auch ruck-zuck mit dem Zug zurück nach Beijing, mit nur 3 Zwischenstopps und insgesamt 21 Stunden Fahrtzeit, und das durch ganz China. Ich glaube, das ist eine der am besten ausgebauten Zugstrecken in China.