Freunde

Es geht doch nichts über die Freundschaft

8.9.04

Freunde finden auf dem Campus

Mit Chinesen in Kontakt zu kommen ist unglaublich einfach. Man setze sich irgendwo hin und warte bis zu 10 Minuten, das ist schon das ganze Geheimnis. So haben wir auch Lisa kennengelernt. Sie ist sehr interessant: Lernt seit einer Woche deutsch und kann schon jede Menge Sätze sagen, lernt Dinge wie "Flughafengebühr" usw. Sie will noch vor Weihnachten nach Deutschland, zu ihrem Freund mit dem sie seit fünf Jahren zusammen ist und ihn einmal im Jahr sieht. Außerdem hat sie einen Uniabschluss in Opernstudien und ist Schauspielerin. Sie gibt uns auch den Anreiz, einmal morgens zum Taijiquan auf dem Schulhof vorbeizukommen.







 

Gleich zu Anfang haben wir jede Menge chinesische Studenten kennengelernt. Später erfuhren wir, in einer Klasse wurden sogar zwei Studenten ausgelost, die dann das Privileg haben, vom Lehrer einem Ausländer vorgestellt zu werden! So kamen wir schnell an erste Bekanntschaft mit den Deutschstudenten. Und tatsächlich wurde Qiao meine beste Freundin.

23.09.04

Viel zu tun am Wochenende

Am Anfang mussten wir hier in China noch überlegen: hm, was machen wir am Wochenende? Aber jede Woche werden die Termine mehr, bald brauche ich einen Kalender ;-) Heute war ich mit Qiao schwimmen. Zu Fuß brauchen wir zum Schimmbad in der Renmin Daxue (人民大学 Volksuniversität) etwa 20 Minuten und der Gesprächsstoff geht nie aus. Im Schwimmbad dort ist es immer eiskalt. Die Duschen dann nachher knallheiß. Komische Art. Qiao meinte, nach den Ferien im Oktober wird im Schwimmbad die Heizung angestellt. Von dem Ergebnis werde ich euch dann berichten.. Ab jetzt werde ich sonntags für umme Schwimmen gehen. Qiao lernt gerade Schwimmen, bei einem Lehrer unserer Uni, mit dem sie kostenlos ins Schwimmbad hineinkommt. Sie wird mich mitnehmen. Man lernt hier dauernd jemand kennen, der kennt wen etc.







 

 

Überhaupt geht hier in China alles ganz einfach. Man muss nur abwarten. Mittlerweile habe ich zwei Sprachpartner, einen Dritten in Aussicht, dazu noch etwa 10 Chinesen, die wir beim Essen mit den Leuten vom Goetheinstitut kennengelernt haben. Judith, die hier in Beijing beim Radio Praktikum macht, kannte eine, die kannte viele... So waren wir letzten Freitag essen, mit einer der Chinesinnen dann Sonntag shoppen und morgen steht wieder ein gemeinsames Essen an. Naja, Mareike kann nicht, hat sich für den Ausflug zur Pekingoper angemeldet, von unserer Uni organisiert. Ich hab wohl leider den Termin verpasst. Morgen mittag gehen wir mit zwei deutschlernenden Chinesinnen (die wir auf dem Campus getroffen haben) in ein Yunnan-Restaurant (Yunnan ist eine Provinz im Süden Chinas). Außerdem treffe ich mich am Samstag mit einer Chinesin, die sucht Deutschlehrer für eine Schule ganz hier in der Nähe. Sie hat Jan angerufen, der auch nicht genau weiß wo sie seine Telefonnummer herhat. Samstag und Sonntag ist somit einiges zu tun. Bin mit beiden Sprachpartnern verabredet und will vorher den einen Text übersetzen, damit ich nicht so unvorbereitet wie die letzten Male dastehe und keine Vokabel kann.. Bringt bestimmt auch mehr! Beijing macht mir jeden Tag mehr Spaß. So langsam kommt alles ins Rollen, aber nur noch eine Woche, dann sind erstmal Ferien und wir fahren in die Innere Mongolei: Steppe, Wüste, Wasser und Mongolenzelte gucken.







 

23.06.05

Abkühlung im Freibad und dort Leute kennenlernen

Juni, es ist ordentlich warm in Beijing. Ich gehe jeden Tag ins Freibad der Universität für Wissenschaft und Technologie (理工大学 ligong daxue), direkt auf der anderen Straßenseite. Die Sonne brennt nachmittags so stark herunter, dass ich meistens abends erst gehe. Jedesmal treffe ich im Schwimmbad neue Leute. Meistens Chinesen, gestern aber auch einen Pakistani, der hier in Beijing seien PhD macht. Der hat mich gleich mal zu sich eingeladen, um Milchtee zu trinken. Bei der Gelegenheit habe ich mich auch gleich mal im Internet informiert, wo Pakistan eigentlich liegt, welche Städte es gibt und dass das Land eigentlich erst seit 1947 besteht, entstanden aus dem früheren englischen Commonwealth Tja, es gibt noch eine Menge Staaten auf der Welt von denen ich ziemlich wenig bis überhaupt keine Ahnung habe. Meine interessanteste Bekanntschaft aus dem Freibad ist aber Xiujun(秀君), eine 82-jährige, die jeden Tag einen Kilometer schwimmen kommt. Sie guckt mir immer zu und lässt sich von mir die Technik erklären. Als ich zum erstenmal dort war, war sie auch die erste, die mich ansprach. Auf englisch, denn sie hat eine Zeit lang in Canada verbracht. Ursprünglich kommt sie aus der Provinz Fujian(福建). Ihr Mann war früher Professor für Literatur, jetzt leben die beiden zusammen auf dem Campus der Technik-Universität. Fast jeden Tag treffe ich die alte Frau nun beim Schwimmen und wir unterhalten uns. Eigentlich nur auf Chinesisch, denn Englisch ist doch ein bisschen mafan(麻烦). Sie erzählt mir von ihrer Tocher und Enkelin, letztere studiert zur Zeit in Canada. Als ich von meiner Tee-Abenteuer in Fujian berichte, will sie mich im Falle einer nächsten Fujianreise auf jeden Fall zu sich nach Hause einladen und mir die Gegend zeigen. Genauso plant sie eine Deutschlandreise. Ich hab sie mal willkommen geheißen und bin gespannt, ob sie tatsächlich mal vor meiner Türe stehen wird. Die Frau ist meiner Meinung nach ein kleines Wunder. Ich freue mich jedesmal, sie wiederzusehen. Darüber hinaus kennt sie auch die Badleitung. Sie besorgt sie mir verbilligte Eintrittskarten und bevor ich nach Deutschland zurückkehre, werde ich ihr mein tolles Fahrrad überlassen.
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