Essen
Essen gehen
Man kann nicht in Beijing wohnen ohne ständig abends mit Freunden essen zu gehen. Es ist in Asien viel normaler als bei uns, dass man auswärts isst.
Pekingente


Heute abend werden wir zusammen mit Wiebke die Pekingente probieren. Sehr Lecker und nicht nur Fett pur! Denn Wiebkes chinesische Freundin wusste, wo man in Beijing dafür am besten hingeht. U-Bahn und ein Stück zu Fuß, typischerfweise durch die

Hutongs durch, hier und da riecht man ein Klo und wir fragen uns, kann dieses tolle Restaurant wirklich hier im letzten Eck sein?? Ja, es kann! Schließlich kommen wir an, aber weil wir mittlerweile 10 statt der vorbestellten 6 Plätze brauchen, müsstn wir erst mal eine Viertelstunde warten. Pekingente wird nicht als ganze Ente serviert, sondern nur ganz hereingebracht und dann in kleine Scheibchen geschnitten. Ich hab ein Video aufgenommen, wie man die Ente in kleine Pfannkuchen zusammen mit Gurke, Frühlingszwiebel und Pflaumensoße einrollt und dann isst. Hen you yisi. Wir haben zu zehnt insgesamt 2 Enten gegessen, dazu noch 5 weitere Gerichte. War richtig lecker! Apropos Ente, die ist hier immer sehr zart und delikat, so wie vor ein paar Tagen im Grillrestaurant. Müssen wir öfter bestellen.
Vorsicht Fettspritzer
Beim Essen gibt es allerdings auch schonmal Pleiten. Manche Sachen sind einfach nichts, oder wenn man nicht so viel Fett verträgt, dann hat man hier halt Pech. Es wird wirklich mit viel Fett gekocht bzw. gebraten und jedes Gericht kommt in einer Soße, die hauptsächlich aus Öl besteht. Deswegen spritzt man sich auch ständig die Kleider voll beim Essen. Beim roujiamo (肉夹莫) sage ich schon automatisch dazu, dass ich die Fettstücke vom Fleisch nicht will.
Fleisch und Fett...
Aber zurück zum Fett, wir trafen an der Mauer zwei Amerikaner, die für 2 Jahre in Japan lebten, dort Englisch unterrichteten und so ihr Geld zum Reisen und für später für die Uni verdienten. Die haben erzählt, in Japan gibt es in Restaurants verschiedene Fleischarten, je fetter desto teurer. Ein komplett weißes Steak sei am wertvollsten. Wenigstens ist diese Wertschätzung dann um so besser für den westlichen Geldbeutel *g*.
Frühlingsrollen

Mit Qiao habe ich dann zum erstenmal in China Frühlingsrollen gegessen. "chunjuanr" (春卷儿) auf Chinesisch, mit diesem "r" hintendran eigentlich schon fast Pekingdialekt. Und noch ein paar andere leckere Sachen: in Bambusblatt eingewickelter Reis mit Fleisch und Klebsoße, in Blätterteig gebackenes Fleisch mit Curry, im (hier völlig üblichen) Bambustopf gedämpfte Baozi. Nur die Süße-Bohnen-Milch war etwas komisch. Und, wie unvermeidlich in China, ist mir das letzte Stück der Frühlingsrolle aus den Stäbchen in meinen mit Baoziwasser und Fleischstückchen gefüllten Teller geplumst, hat mich von oben bis unten verspritzt. Na immerhin sind unsere Waschmaschinen einfach, nah und kostenlos :-)
Touristenfalle

Beijing hat viele Gesichter. So sind wir einmal auch richtig blöd in eine Touristenfalle reingetappt; das ist viel schlimmer als ausgeraubt zu werden, das uns bisher aber noch nicht passiert ist. Wir haben eklige Nudelsuppe gegessen und dann 100mal soviel bezahlt wie es wert war, also 167 kuai (=16,70euro). Eigentlich wollten wir leckere normale Nudeln, die auch ganz normal billig waren, doch sind wir, ohne genau die Speisekarte zu lesen, auf den gewitzten Betrüger reingefallen. Auf der Karte gab es nämlich etwa 60 Gerichte, 59 davon unter 20 Kuai, eines für 168 Kuai. Qualität bei allen gleich schlecht. Dieses Gericht hatten wir dann viermal. Naja, dumm gelaufen.......
Die Obstverkäufer
Es ist wirklich ein Jammer, dass ich heute abend meinen Fotoapparat vergessen habe. So müsst ihr euch nun mit meinen Schilderungen zufriedengeben! Die Obststraße war heute noch interessanter als sonst, mindestens zwanzig kleine Wagen, mit Obst, gebackenen Süßkartoffeln, gebratenen Eiern, dann frisches Gemüse auf Decken auf der Straße, und das alles ganz vollgepackt. Es war so die Zeit gerade bevor es anfängt dunkel zu werden. Ich muss wohl bald nochmal los und das alles festhalten!
verschiedene Zutaten
Heute waren Qiao und ich zusammen essen. In einem Xinjiang-Restaurant. Bei den gebratenen Nudeln war außer Fleisch und Fett auch noch Chili und Schnittlauch dabei. Der Schnittlauch ist bei uns ja nur eine Art von Kräutern, die man zum Würzen benutzt, aber in China zählt es als Gemüse. Große, dicke Schnittlauchstangen. Jiucai (韭菜), das Wort habe ich heute gelernt und ich habe realisiert, dass die ekligen Baozi in der Mensa auch damit gefüllt sind.

Baozi (包子) sind gedämpfte "Brötchen" mit Inhalt. Der "Teig", das eigentliche Brötchen, ist weiß und besteht nur aus den Zutaten Wasser und Mehl. In der Mitte gibt es verschiedene Füllungen, eine davon ist mit viel Schnittlauch und bisschen Ei. Schmeckt sehr "nong" (浓), d.h übermäßig stark, und man riecht danach aus dem Mund dreimal schlimmer als nach Knoblauch. Diese Schnittlauchbaozi mag von uns sowieso keiner so richtig. Karen bezeichnet das Innere immer als „the green evil“. Im Deutschen haben wir allerdings den Ausdruck „das grüne Ekel“ schon längst besetzt für den frischen Koreander (香菜xiangcai), der auf fast jedem nordchinesischem Gericht, auf jeder Suppe und in jedem „
jianbing“ (煎饼) steckt, falls man nicht vorher so schlau war, es extra abzubestellen. Jedenfalls, ihr könnt euch gar nichts Widerlicheres vorstellen! Jedesmal drehen diese Koreanderstängel einem wieder aufs Neue den Magen um!